• Swiss Youth for Climate

Warum Trumps Wahl kein Grund für Optimismus ist

Updated: Oct 25, 2019


In der NZZ vom 24. November schrieb der dänische Wissenschaftlicher Bjørn Lomborg (links im Bild), Donald Trumps Wahl zum US-Präsidenten könnte eine Chance für die Klimapolitik sein (seinen ganzen Text gibt's hier nachzulesen). Sandro, Beni, Quentin und Felix von der Zürcher Regiogruppe von SYFC haben in einem Leserbrief geantwortet:

Im Gastkommentar zur veränderten Situation in der internationalen Klimapolitik durch die Wahl Donald Trumps schlägt Bjørn Lomborg verstörend verharmlosende Töne an. Er führt ins Feld, dass Trump seine Meinung zum Klimawandel jüngst geändert habe und den vom Menschen (mit-)verursachten Klimawandel anerkenne. Dabei hinterfragt er weder, dass Trumps Aussagen im zitierten Interview nach wie vor fernab vom wissenschaftlichen Konsens liegen, noch, dass Trump mit Steve Bannon als Chefstrategen und Myron Ebell als Leiter der Umweltbehörde zwei Klimalügner für sein Team nominieren will. Bei dieser Ausgangslage positiv auf Trumps Klimapolitik zu blicken, ist naiv.

Aus Lomborgs Sicht sind die von Trump beabsichtigten Investitionen in die Forschung für den Klimaschutz erfolgsversprechender als das Pariser Abkommen. Dabei vergisst er, dass Trump mit der NASA-Klimaforschung eine führende Quelle für Klimadaten einstellen will. Unabhängig davon ist die Intensivierung der Forschung zwar wünschenswert, wird es aber kaum alleine richten. Wir werden das Zweigradziel nur erreichen, wenn wir bestehende Energiesysteme bald mit (bereits erforschten) erneuerbaren Quellen ersetzen. Lomborg beurteilt die Ziele des Pariser Abkommens als unrealistisch und meint, die Umsetzung verursache unnötig hohe Kosten. Er vernachlässigt, dass ein ungebremster Klimawandel künftig zu weitaus höheren Kosten führt. Die im Abkommen verankerte kollektive, internationale Ambition würdigt er nicht, obschon diese zwischenstaatliche Zusammenarbeit fördert und ein Druckmittel darstellt.

Wie es unter Präsident Trump mit Klimaschutz weitergeht, ist unklar. Natürlich wird der internationale Klimaschutz nicht wegen der US-Präsidentschaftswahl aufhören. Dennoch mutet Bjørn Lomborgs Ruf nach mehr Gelassenheit angesichts Trumps Worten zynisch an. Denn gerade jetzt gilt es, wachsam zu sein und Donald Trump an die Klima-Verantwortung der USA gegenüber der Welt zu erinnern.

Sandro Benz, Benedikt Knüsel, Quentin Lejeune, Felix Weber Swiss Youth for Climate

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© 2019 Swiss Youth for Climate. Background Matterhorn Photo by: Patricia Cottier ©

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