• Swiss Youth for Climate

Auftritte auf verschiedenen Bühnen


Gestern also wurde die Eröffnungszeremonie der COP22 wegen eines Änderungsantrages der Türkei unterbrochen. Heute Mittag konnte die Zeremonie ohne Reibungen fortgesetzt werden. Uns von Swiss Youth for Climate kam dabei spezielle die Ehre zu, im Namen von YOUNGO die Intervention zu verlesen (einen Mitschnitt des Statements findet ihr hier), an der unsere Delegationsmitglieder gestern intensiv gearbeitet haben. Beim Verfassen des Textes mussten wir berücksichtigen, dass wir möglichst die Anliegen aller Arbeitsgruppen und aller geografischen Regionen berücksichtigen – angesichts dessen, dass beim Ausarbeiten des Textes nicht alle Anliegen vertreten waren, gar keine einfache Arbeit!

Neben dieser repräsentativen Aufgabe ging die Arbeit in den Arbeitsgruppen weiter. Während die Mehrheit der Arbeitsgruppen an konkreten politischen Positionen und am Lobbying arbeitet, habe ich mich heute in einer Arbeitsgruppe engagiert, die, anstatt konkrete Positionen zu erarbeiten, eine neue Debatte lancieren will: In dieser Arbeitsgruppe wollen wir nämlich eine Veranstaltung organisieren, an der Vertreterinnen und Vertretern von offiziellen Delegationen und aus der Zivilgesellschaft über die Rolle unseres Wirtschaftssystems beim Klimaproblem diskutieren wollen. Wir wollen diskutieren, ob wir dem Klimawandel überhaupt begegnen können, ohne dies zu thematisieren.



Ein weiteres Highlight unseres Tages war ein von der Direktion für Entwicklungszusammenarbeit (DEZA) organisierter Anlass in der sogenannten Green Zone; dem Ort an der COP22, wo man auch ohne offiziellen Badge hingehen kann. In der Green Zone finden sehr verschiedene Anlässe der Zivilgesellschaft rund um die Themen der Klimakonferenz statt. Die DEZA hat ihren Stand ganz dem Thema Jugend verschrieben. In Zusammenarbeit mit Swiss Youth for Climate werden alle zwei Tage Mitglieder einer Jugenddelegation von ihren Erfahrungen in der Blue Zone, dem Ort, wo die eigentlichen Verhandlungen stattfinden, berichten. Es war für unsere Delegation eine tolle Erfahrung, uns mit Menschen aus der Zivilbevölkerung auszutauschen, die von den Verhandlungen ausgeschlossen bleibt - insbesondere, weil unsere GesprächspartnerInnen mehrheitlich aus dem Globalen Süden waren. Wir von SYFC hoffen, mit dieser Veranstaltungsreihe jungen Menschen, deren Anliegen sonst ungehört bleiben würden, zu ermöglichen, sich über die Verhandlungen zu informieren und ihre Anliegen einzubringen.

Ein grosses Thema am heutigen Tag ist auch in Marrakesch natürlich die Präsidentschaftswahl in den USA. Denn diese hat einen direkten Einfluss auf den Verlauf der Verhandlungen. Donald Trump hat angekündigt, im Falle seiner Wahl die Unterstützung und Ratifikation des Pariser Abkommens durch die USA zurückzuziehen – eine Katastrophe für die Verhandlungen hier in Marrakesch und für den globalen Klimaschutz. Es versteht sich daher von selbst, dass die Mehrheit der Menschen, mit denen wir hier sprechen, hoffen, dass Trump die Wahl verlieren wird. Aber auch ein Sieg Hillary Clintons wäre morgen mit einer Aktion durch die hier anwesende Zivilgesellschaft verbunden, denn die USA sind eines der wichtigsten Länder, die beim Klimaschutz unbedingt vorne mit dabei sein müssen. Daran wollen unsere amerikanischen Kolleginnen und Kollegen sie im Falle ihrer Wahl erinnern. Ob des ungewissen Ausgangs dieser Wahl steht uns heute definitiv eine lange Nacht bevor.

Jetzt, wo die COP22 offiziell eröffnet ist, wird die Arbeit morgen weitergehen. Wir sind alle nach wie vor hochmotiviert, in den Arbeitsgruppen unser Bestes zu geben und sind gespannt (und ehrlich gesagt, auch ziemlich angespannt, zu sehen), wie Ereignisse auf der Weltbühne trotz ihrer geografischen Ferne den Verlauf der Verhandlungen hier beeinflussen werden.




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